Condition Monitoring
Anlagenverhalten kontinuierlich analysieren
Abweichungen vom Normalbetrieb erkennen
Wartungsbedarf frühzeitig Erkennen
VAM macht Maschinenzustände hörbar, verständlich und wirtschaftlich nutzbar.
Hinhören. Verstehen. Profitieren.
VAM ist ein autarkes, passives, nicht-invasives Retrofit-Monitoring-System, das ohne Eingriff in bestehende Steuerungen arbeitet und frühe Zustands- und Prozessänderungen auf Basis vibroakustischer Signale erkennt und bewertbar macht.
Keine Fertigungsanlage läuft für immer fehlerfrei
Abweichungen vom Normalbetrieb erkennen
Viele industrielle Prozesse zeigen Veränderungen im Verhalten, lange bevor ein sichtbarer Schaden entsteht. Diese Veränderungen sind häufig hör- oder spürbar, lassen sich jedoch mit vorhandener Sensorik nicht erfassen oder eindeutig zuordnen. Gerade bei älteren Bestandsanlagen ist zusätzliche Mess- und Diagnosetechnik oft nur mit großem Aufwand integrierbar, weil Eingriffe in Steuerung, Datenpipeline oder Freigaben erforderlich wären. Typische Symptome sind instabile Prozessverläufe, sporadische Fehler oder eine schleichende Verschlechterung der Produktqualität ohne klare Ursache, aber auch bekannte wiederkehrende Fehlerbilder. In der Praxis führt das dazu, dass Abweichungen häufig erst spät erkannt und nur verspätet reaktiv behandelt werden können. Für diese Situationen fehlt ein systematischer Zugang, um Anlagenzustände über Zeit vergleichbar zu machen und Veränderungen frühzeitig sowie automatisiert einzuordnen.
Condition Monitoring über technische Akustik
Intuition wie ein erfahrener Anlagenführer – systematisch, messbar und skalierbar
Condition Monitoring beschreibt die kontinuierliche Überwachung und Bewertung von Anlagenzuständen auf Basis messbarer Größen. Ziel ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und deren Entwicklung nachvollziehbar zu machen. Der hier eingesetzte Ansatz nutzt vibroakustisches Monitoring, bei dem die im Anlagenbetrieb entstehenden Schwingungen gezielt gemessen und ausgewertet werden. Diese Signale enthalten Informationen über mechanische Interaktionen, Reib- und Gleitprozesse sowie strukturelle Veränderungen, die sich nicht direkt in Steuerungsdaten widerspiegeln.
Der Ansatz folgt einer ähnlichen Logik wie die Wahrnehmung erfahrener Anlagenführer, die anhand von Geräuschen und Vibrationen Zustände beurteilen. Durch strukturierte Auswertung und Einordnung in Prozessphasen werden diese Einschätzungen reproduzierbar und automatisierbar.
Im Vergleich zum menschlichen Gehör bietet die Methode eine deutlich höhere zeitliche Auflösung sowie einen wesentlich erweiterten Frequenzbereich. Dadurch lassen sich überlagerte Signalanteile trennen und auch sehr kurze, hochfrequente Ereignisse erfassen, die für den Menschen nicht zugänglich sind.
Eigenschaften, Vorteile und Nutzen im Überblick
Vibroakustisches Monitoring - VAM
Extern nachrüstbar ohne Eingriff in Maschinensteuerung
Autarker Betrieb unabhängig von vorhandenen Systemen
Echtzeitfähige Auswertung von Prozesszuständen
Kontinuierliche Verbesserung der Erkennungsleistung durch Nachlernen
Früherkennung von Zustandsveränderungen
Erkennung von Fehlproduktionen im laufenden Betrieb
Reduktion ungeplanter Stillstände
Verlängerung von Wartungsintervallen
Häufig gestellte Fragen
Was sind typische Branchen für den Einsatz von VAM als Condition-Monitoring-Technologie?
Typische Anwendungen finden sich in
- Textil- und Bahnwarenverarbeitung,
- Folien- und Kunststoffverarbeitung,
- Intralogistiksystemen wie Regalbediengeräten,
- zerspanenden Bestandsanlagen sowie in
- Umform- und Trennprozessen.
Gemeinsam ist diesen Anlagen, dass sie oft über Jahre betrieben werden, schwer zugängliche Zustände aufweisen und eine Integration klassischer Sensorik nur eingeschränkt möglich ist.
Warum treten Maschinenprobleme auf, obwohl Steuerungsdaten unauffällig sind?
Viele relevante Zustände entstehen aus mechanischen Wechselwirkungen, die nicht direkt in Steuerungsgrößen erfasst werden. Veränderungen werden zwar physikalisch wirksam, bleiben aber in klassischen Daten unsichtbar.
Wie wird beim VAM gemessen und welche Sensorik wird verwendet?
Die Messposition wird so gewählt, dass sie nahe an potenziellen Fehlerquellen liegt und eine realistische Schwingungsübertragung sicherstellt. Übertragungswege werden bewertet und geprüft. Anschließend erfolgen Messungen im fehlerfreien Zustand sowie – sofern möglich – im Fehlerzustand. Die Daten werden mit dem Prozessverlauf korreliert, um relevante Signalbereiche zu identifizieren. Modelle werden entweder ausschließlich auf Basis fehlerfreier Daten anomaliebasiert oder auf Basis definierter Fehlerzustände gruppenbasiert aufgebaut.
Unsere Messverfahren basieren auf dem Prinzip der Acoustic Emission. Wir benutzen hauptsächlich Festkörper-AE-Sensorik, um einen möglichst großen Frequenzbereich abzudecken, eine große Zeitliche Auflösung zu erreichen und eine größtmögliche Dynamik zu erreichen. Anwendungsbezogen bieten wir auch Luftschall-basierte Verfahren an und können auch mit B-Aufnehmern arbeiten.
Wird Internetzugang benötigt für VAM Condition Monitoring?
Ein Internetzugang zum Beispiel über ein Gastnetzwerk ist praktisch, aber nicht zwingend notwendig. In dem Fall werden die Daten über ein Handynetz übertragen. Wenn weder Internet noch Handynetz zur Verfügung stehen, sprechen Sie uns gerne trotzdem an – eine lokale Modellanwendung kann ebenso möglich sein.
Wie stelle ich sicher, dass meine Maschinendaten sicher sind?
Es werden ausschließlich Vibrationen der der Anlage gemessen – kein Zugriff auf Steuerdaten. Vibrationsdaten werden vor Ort verarbeitet und in Featuredaten überführt und über eine verschlüsselte Verbindung an unsere gesicherte EVO Cloud gesendet.
Wie erkennt man Verschleiß, bevor ein sichtbarer Schaden entsteht?
Durch die Analyse von Veränderungen im Grundrauschen und im kontinuierlichen Maschinenlauf lassen sich schleichende Veränderungen frühzeitig erkennen. Werden beim Verschleiß Partikel freigesetzt, kann es sein, dass der Abrieb für uns auch als akustisches Ereignis detektierbar ist.
Welche Anlagen eignen sich besonders für den Ansatz?
Besonders geeignet sind Bestandsanlagen mit mechanisch dominierten Prozessen und eingeschränkter Möglichkeit zur Integration zusätzlicher Sensorik.
Wie läuft eine typische Erstbewertung ab und wie verläuft die weitere Zusammenarbeit typischerweise?
Nach der Kontaktaufnahme erfolgt eine initiale Messung und Analyse. Auf Basis der Ergebnisse wird bewertet, ob VAM das richtige Verfahren für Ihr Anlagen- und Fehlerbild ist. Anschließend können erste Modellansätze abgeleitet und bewertet werden.
Die Einführung erfolgt partnerschaftlich und iterativ. Nach einer ersten Bewertung werden Messungen gemeinsam geplant und durchgeführt. Auf dieser Basis werden Modelle entwickelt und schrittweise verbessert, sodass ein belastbares Monitoring entsteht.
In welchen Forschungsprojekten wurde Forschung zu VAM betrieben?
Angaben zu Projekten, Förderkennzeichen, Partnern und Laufzeiten werden projektspezifisch ergänzt.
VAM wurde zunächst unter der 100%igen Tochterfirma der EVO GmbH erforscht – der Amitronics GmbH. Nachfolgend befindet sich eine Auflistung von Forschungsprojekten zu VAM an denen EVO oder Amitronics beteiligt war.
AE-DigiScale. Innovatives-System zur Skalierung und Optimierung von Acoustic Emission IOT-Systemen durch einen digitalen Zwilling
Ministerium: BMWK (EP201616)
Laufzeit: 01.11.2024 – 31.10.2027
HZwo-Inspect VIBRA. Modularer Prüf- und Charakterisierungsbaukasten zur Herstellung von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren
Ministerium: BMWK (03EN5033F)
Laufzeit: 31.03.2026 erfolgreich abgeschlossen
INTEUM. Intelligentes, echtzeit- und transferfähiges System für Predictive Maintenance und Qualitätsüberwachung gespeist aus Produktionsplanungs- und Maschinenüberwachungsdaten
Förderprogramm: Elektronische Systeme
Projektträger: VDI/VDE-IT (DIE-2108-0006//DIE0156/01)
Laufzeit: 31.10.2024 erfolgreich abgeschlossen
PANAMERA. Entwicklung eines Predictive Maintenance Baukastens für automotive Applikationen mittels Fahrzeug-Flottenanalyse
Ministerium: BMWK (19I21016B)
Laufzeit: 30.09.2024 erfolgreich abgeschlossen